Der Heißener Berg
von Alfred Metzenroth
Mit Heißener Berg wird die kurvenreiche Bergstrecke zwischen dem heutigen Bahnhof Mülheim (Ruhr) Hbf, ehemals Mülheim Eppinghofen, später Mülheim Stadt und
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dem Bahnhof Heißen bezeichnet. Die beiden Strecken der Bergisch-Märkischen Eisenbahn und der Rheinischen Bahn wurden parallel ab dem Bahnhof Mülheim durch den Eppinghofer Bruch hinauf auf die Höhen des Westenhellwegs geführt. Hierzu waren besonders zwischen Heißen und Winkhausen umfangreiche Erdarbeiten erforderlich. In Richtung Essen Nord unterfuhr die Rheinische Bahn die Bergisch-Märkischen kurz hinter dem Bahnhof Heißen in Richtung Norden. Diese Besonderheit der Streckenführung ohne betriebliche Gleisverbindung machte den Bahnhof Mülheim (Ruhr) Hbf zum einzigen Berührungsbahnhof Deutschlands.
Betrieblich waren die beiden Strecken besonders zur Dampflokzeit problematisch. Der Bahnhof Mülheim, die heutige S-Bahnstation Mülheim West wurde aus betrieblichen Gründen von der Bergisch-Märkischen weit außerhalb der Stadt im angelegt, um die Züge nach dem Halt mit Schubunterstützung über den Heißener Berg zu bekommen. Betrieblich war es wichtig, die schweren Schnellzüge im flachen Ruhrtal anfahren zu können. Gegenüber dem Bahnhof Mülheim (Rheinisch) legte die Gesellschaft den Bahnhof Mülheim-Eppinghofen an, an dem in erster Linie nur die Personenzüge anhielten. Ab 1933 hielten Züge des Ruhrschnellverkehrs an dieser Station. Daraus entwickelte sich der heutige Hauptbahnhof Mülheims. Doch auf der Rheinischen Strecke sah es nicht viel anders aus, wie manch alter Lokführer berichtete. Aussagen wie „Kommst du von Wedau oder Hochfeld Süd und hast du in Speldorf nicht 40 km/h drauf, so kannst du gleich in Speldorf den Regler zu machen und auf Schub aus Wedau warten“. Für lange und schwere Güterzüge war der Heißener Berg nicht nur wegen der Steigung, sondern auch wegen der S-Kurve mitten im Berg eine echte Herausforderung für die Lokpersonale.
Heute wird nur noch die Bergisch-Märkische Strecke zwischen dem Bahnhof Mülheim (Ruhr) Hbf und Essen Hbf befahren, die mit der Einführung der Rhein-Ruhr S-Bahn von vier auf sechs Gleise ausgebaut wurde. Der Betrieb auf der Rheinischen hingegen wurde 2002 eingestellt, was zur Folge hat, dass die Güterzüge, die von Köln kommen, den Umweg über Oberhausen-West, Bottrop-Süd nach Bochum-Langendreher fahren müssen.
Ein einmaliges Erlebnis ist es auch heute noch, dampfgeführte Sonderzüge am Heißener Berg in Richtung Essen zu erleben. Besonders gut zu beobachten ist das von der Brücke Brückstraße und der Eisenbahnbrücke am Winkhauser Talweg. Auch kann man manchen Fotografen beobachten und hören, wenn die 41 360 aus Oberhausen auf dem vierten Gleis den Berg nach Essen hinauf knallt ,nachdem sie in Mülheim gehalten hat. Und auf den Gleisen eins bis drei ein Zug im falschen Moment vor die Linse fährt.