Die Mülheimer Hafenbahn
von Martin Menke
Als der Mülheimer Hafen 1927 erbaut wurde, gehörten drei Dampfloks zum Betriebsbestand. Mit diesen Loks wurden 25 Firmen bedient. Mit 56 Weichen und einer Streckenlänge von fast 30 Kilometern, Ablaufberg, acht eigenen Güterwagen, einer elektrischen Verbundgleiswaage, Leitstelle und der 1971 fertiggestellten
![]() |
Mehrzweckhalle, die gleichzeitig als Lokschuppen, Schiffswerft und Werkstatt dient, ist die Bahn für alle Aufgaben gerüstet. Der Anschluss an die DB AG erfolgt im
Bahnhof Mülheim-Speldorf.
Über lange Jahre wickelten die drei Dieselloks des Typs ML 400 C ex, bzw. Ml 440 C ex von Kraus-Maffai (Bj. 54/ 57/ 66) den Betrieb an den rund 40
Kundenanschlüssen ab. 1990 wurde eine DE 500 C von Siemens/ Kaelble-Gmeinder angeschafft. Heute sind mit einer MaK-G 1206 und einer ex DB 212 auch Streckenloks im Bestand. Die jeweils aktuelle Lokliste findet man unter www.muelheimer-verkehrsgesellschaft.de
Berühmt wurde die Hafenbahn in den 80er Jahren. Bis 1984 weilte hier, gut versteckt bei einem Schrotthändler, die heute betriebsfähige Schnellzugdampflok 01 1100. Sie wurde zum 150jährigen Bahn-Jubiläum von der DB erworben. Doch auch später war der Platz an der Weseler Straße für Eisenbahnfreunde interessant. Loks der Baureihen V 200, 228, E 18, E 44, E 94, ET 30, ETA 150, VT 98 und unzählige »Private« rollten auf ihrer letzten Fahrt über die Gleise der Mülheimer Hafenbahn. Der Rücktransport, in Einzelteilen zu den Hochöfen, erfolgte dann weniger spektakulär per Bahn oder Schiff. Neben Gütern wie Schrott, Raffinerie-Produkten, Getreide oder Stahl sind die Schwertransporte der KWU und die Schiffstransporte immer ein beliebtes Fotomotiv. Für letztere stehen spezielle Loren, die über ein Gleis in die Ruhr geschoben werden, zur Verfügung. Bis zum Jahr 2002 hatten die »Betriebe der Stadt Mülheim« die Betriebsführung au der Hafenbahn inne. Jetzt ist die Hafenbahn Teil der neu gegründeten »Mülheimer Verkehrs Gesellschaft mbH«.
Am 6. Dezember wurde bei Aldi-Nord eine
Märklin-Startpackung mit der Lok 9 der Betriebe der Stadt Mülheim verkauft. Die
Lok ist komplett mit allen Anschriften bedruckt und sauber lackiert. Einzig das
Dach, die Aufstiege am Führerstand und der Umlauf sollten mit grauer Farbe
nachbehandelt werden. Auch kann man die Griffstangen mit einem schwarzen
Filzstift nachziehen und die Henschel-Sterne an den Fronten silbern lackieren.
So erhält man, nach der 2005 von den Eisenbahnfreunden aufgelegten Lok 1, die
zweite Lok der Mülheimer Hafenbahn.

Falls genügen historisches Material gefunden wird, wird die Hafenbahn Thema einer eigenen Broschüre in der Reihe „Werkbahnen in Mülheim“ werden