Ringlokschuppen und Camera Obscura
 

Entstanden um die Wende des 19./20. Jahrhunderts diente der Ringlokschuppen zur Wartung von Dampflokomotiven, vor allem zum Betrieb der "Unteren Ruhrtalbahn". Nach Kriegsbeschädigung befand sich hier bis 1968 die Zentrale der Bundesbahnbusse. Das aus 24 Kreissegmenten bestehende Gebäude wurde 1992 komplett um- und ausgebaut. Die alte Stahlfachwerkfassade und insbesondere die Fenster und Tore wurden - ihrem ursprünglichen Charakter gemäß - rekonstruiert und in ihrer Funktionalität erhalten. Das Gebäude umfasst heute drei große Veranstaltungsräume, die durch ein umlaufendes Foyer miteinander verbunden sind.
Der Ringlokschuppen als Zentrum für freie Kunst und Kultur ist heute ein Ort für die Entwicklung von Bühnenkunst und für die Initiierung von cross-culture / cross-over-Projekten. Hauseigene Theaterproduktionen von Werken aktueller Dramatiker, postdramatische Gastspiele und zeitgemäße Bearbeitungen reichen vom Kammerspiel bis zum Open-Air-Event.Abgerundet wird das Kulturangebot durch eine hauseigene Gastronomie.
Gleichzeitig mit dem Ringlokschuppen ist auch der Broicher Wasserturm entstanden. Er befindet sich auf dem Areal der Mülheimer Landesgartenschau - kurz MüGa -, die im Jahr 1992 zu einem grundlegenden Strukturwandel im Stadtteil Broich führte. Im Rahmen dieses Projektes wurde nach einer Idee von Prof. Werner Nekes in der Kuppel die größte begehbare Camera Obscura eingebaut. Die Realisierung wurde von der Firma Carl Zeiss Jena übernommen. Seit August 2006 befindet sich neben der Camera Obscura auch das Museum zur Vorgeschichte des Films mit der Sammlung "S" des Sammlers KH.W. Steckelings im Gebäude des Wasserturms. Insgesamt 1.139 Exponate aus der Zeit von 1750 bis 1930 lassen eine für die Entwicklung des Films und der Fotografie bahnbrechende Epoche Revue passieren. Schattenspiele, Faltperspektiven, Transparenzen, Laternae Magicae, Kaleidoskope, Guckkästen und viele andere Schätze sind in diesem Museum zu sehen.

aus "Route der Industriekultur"