Segmentanlage "Die Ruhrtalbahn"
Die Idee
Als wir 1983 unser Vereinshaus bezogen, galt unser ganzer
Einsatz dem Ausbau des Hauses und dem Aufbau einer großen H0-Anlage. Bei der
Planung einer N-Anlage kam uns die Idee als Thema die Nebenbahn von Styrum nach
Kettwig darzustellen. Hierzu stand ein Raum in der ersten Etage unseres Hauses
zur Verfügung. Viele Gespräche wurden geführt, Gleispläne entworfen, doch gebaut
wurde nicht. Der komplette Selbstbau der Bauwerke im Maßstab 1:160 erschien zu
aufwendig. So ruhte der Gedanke, bis 1988 ein Mitglied den stark
abbruchgefährdeten und inzwischen abgerissenen Broicher Güterschuppen im Maßstab
1:87 nachbaute. Im gleichen Jahr erschien unsere Broschüre "Die Ruhrtalbahn",
deren erste Auflage schon nach wenigen Monaten vergriffen war. Dieser Erfolg,
nicht nur in Mülheim, veranlaßte uns, das wohl einzigartige Projekt, den Nachbau
einer gesamten Eisenbahnstrecke in Angriff zu nehmen und unsere Broschüre in
einer zweiten erweiterten Auflage erscheinen zu lassen. Ergänzend hierzu sind
weitere Bilder der Ruhrtalbahn in unserer Veröffentlichung "Ansichtskarten
Mülheim und die Eisenbahn" erschienen.
Die Ausführung
Nach langen Diskussionen und dem Wälzen vieler Bücher und Zeitschriften wurden
die ersten zwei Muster-Segmente, deren Grundkonzept auch weiter Verwendung fand,
gebaut. Im Gegensatz zu anderen Systemen haben wir die Breite auf 600 mm
festgelegt, da es so möglich ist, auch die Landschaft neben den Gleisen
darzustellen. Mittlerweile haben wir den Bahnhof Broich mit seiner
Güterabfertigung mit einer Modulbreite von 85 cm neu gebaut, um auch möglichst
alle Gleise originalgetreu wiederzugeben. Es werden die wichtigsten und
markanten Gebäude und Straßenzüge dargestellt. Die Länge der Segmente liegt
zwischen 1000 und 1600 mm. Diese verschiedenen Längen ermöglichen einzelne
Motive auf einem Segment darzustellen. Die Kopfbretter sind mit von uns
genormten Übergängen versehen. Die Kombination in einer beliebigen Reihenfolge
ist aber nicht möglich und wäre auch nicht sinnvoll, da wir ja keine
Fantasielandschaft haben. Dies ist auch der Grund, warum die Außenkontur der
einzelnen Segmente voneinander abweicht. Wir haben versucht die jeweils
typischen Landschaftsformen im Modell wiederzugeben, damit es dem Besucher
möglich ist, jede Szene dem Original zuzuordnen.
Zu Beginn hatten wir als ständige Ausstellung in unseren Kellerräumen den
technisch interessantesten Streckenabschnitt von Broich nach Saarn gezeigt.
Aber spätestens 1996 nach der Messe Modellbahn 1996 in Köln, wo wir die 320 cm
lang Ruhrbrücke Styrum präsentiert hatten, zeigte sich, daß die Kellerräume
nicht mehr ausreichen.
Nach der Messe Modell & Hobby 1997 in Leipzeig, wo wir den Neubau des Bahnhof
Broich mit der Güterabfertigung, sowie die Integration der Ruhrbrücke Styrum in
die Segmentanlage präsentierten, war es nicht mehr möglich die Ruhrtalbahn in
unseren Kellerräumen betriebsbereit zu zeigen.
1998 wurde begonnen nach neuen Konzepten zu suchen, zumal auch bei unserer
stationären H0-Anlage der Weiterbau aus verschiedenen Gründen ins Stocken
geriet.
1999 haben wir neu Ideen verabschiedet, die nun vorsehen die stationäre
H0-Anlage im Erdgeschoß abzubauen, und die Ruhrtalbahn inklusive des neuen
Bahnhofs Broich und der Ruhrbrücke Styrum im Erdgeschoß betriebsbereit
aufzubauen. Als Ersatz für unsere alte H0-Anlage, auf der auch das Märklin
System benutzt wurde, wird nun in unseren Kellerräumen eine neue Märklin Modulanlage
entstehen.
Weitere Informationen zu diesen neuen Projekten der Eisenbahnfreunde Mülheim
finden Sie natürlich auch auf unseren Web-Seiten.
Die Bauwerke
Der größte Teil der Gebäude und Brücken entsteht im
vollkommenen Selbstbau (z.B. Güterschuppen Broich). Die Planung beginnt mit der
Suche nach alten Fotos, möglichst von allen Seiten, und deren Auswertung. Anhand
der Fotos werden maßstäbliche Zeichnungen angefertigt und die zum Bau benötigten
Materialien ausgesucht. Ein Vormuster aus Pappe gibt über die gewählten
Proportionen Auskunft und ermöglicht so noch einfach Korrekturen am späteren
Modell.
Jetzt beginnt die Suche nach geeigneten Fenstern, Türen und Mauerplatten. Bleibt
die Suche erfolglos, werden die Teile aus Pappe, Holz oder Gips selbst
angefertigt. Bei der Farbgebung sind wir auf vergleichbare Bauwerke oder
Zeitzeugen, die sich bei uns melden können, angewiesen. Die zweite Möglichkeit
des Hausbaus besteht in dem Umbau eines Bausatzes (z.B. Bf Broich). Dieser wird
dazu so weit wie möglich zersägt. Von den Resten werden die benötigten Teile
wieder in der gewünschten Anordnung, z.B. der Fenster, zusammengeklebt. Auch
hierbei ist meist noch einiges selbst anzufertigen. Die neu entstandenen Teile
werden nun verspachtelt und neu lackiert. Diese Methoden erfordern viel Zeit, so
ist pro Haus mit einer Bauzeit von mehreren Wochen zu rechnen. Manche Bauwerke
sind bis jetzt noch gar nicht entstanden, da bisher keine Fotos gefunden wurden.
Ein nicht gebautes Gebäude ist unserer Meinung nach besser als ein falsches
Bauwerk, auf das Besucher, die das Original kennen, verärgert reagieren.
Der jetzige
Ausbaustand
Die Länge unserer Segmentanlage auf Ausstellungen beträgt 20 Meter, bestehend
aus 17 Segmenten.
Bisher haben wir die Bahnhöfe Mülheim (Ruhr)-Broich, Mülheim (Ruhr)-Saarn und
Kettwig vor der Brücke im Modell nachgebaut. Der Streckenabschnitt Broich -
Saarn ist fertiggestellt. Die Bahnhöfe Saarn und Kettwig vor der Brücke weurden
bei Ausstellungen durch ein 1,6 Meter langes Übergangssegment verbunden. Im
Original mußte ein Zug 7 km zwischen diesen Bahnhöfen fahren. Wir müssen also
noch ca. 6 Segmente bauen, um die Strecke zwischen Saarn und Kettwig vor der
Brücke realitätsnah darstellen zu können.